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Gastgeschenke zur Hochzeit selber machen: Was Gäste wirklich mitnehmen

Aktualisiert 2026-10-26 · 6 Min. Lesezeit

Ein Gast hält einen Weidenkorb voller Gastgeschenk-Tütchen aus Kraftpapier mit dem Aufdruck Mr & Mrs
Photo: Photos by Lanty · Unsplash License

Mitgenommen werden Gastgeschenke, die man essen, trinken oder benutzen kann, und die guten davon kosten euch selbstgemacht zwischen 11 Cent und 1,45 € pro Gast. Alles, was hauptsächlich eure Namen und das Datum trägt, liegt dagegen am Ende der Nacht noch auf dem Tisch.

Zur Einordnung: Laut Bridebook gaben Paare in Deutschland 2024 im Schnitt 142 € für Gastgeschenke aus, bei 80 Gästen also rund 1,80 € pro Person. Manche bleiben unter 1 € pro Geschenk, andere geben 3, 4 oder sogar 5 € aus (Bridebook). Pflicht ist das alles nicht. In den USA hat laut der Knot-Studie 2023 nur gut die Hälfte der Paare, nämlich 52 % von fast 10.000, überhaupt Gastgeschenke verteilt, und in einer Zola-Studie 2024 mit rund 7.000 Paaren fanden 62 % klassische Gastgeschenke eher veraltet (Hamilton Journal News, mit Zahlen von The Knot und Zola).

Was Gäste mitnehmen und was liegen bleibt

Eine große Umfrage, die zählt, wie viele Gastgeschenke liegen bleiben, gibt es nicht. Wenn euch jemand eine genaue Prozentzahl nennt, fragt nach der Quelle. Was es gibt, sind viele Erfahrungswerte von Planern und Hochzeitsportalen, die in dieselbe Richtung zeigen. Der Gastgeschenk-Ratgeber von Joy bringt es auf den Punkt: Was man nicht essen, trinken oder zu Hause benutzen kann, lassen die meisten Gäste auf dem Tisch liegen (Joy). Honiggläser und Kekse landen dort ganz oben, Samentütchen in der Mitte, personalisierte Bilderrahmen, Untersetzer und Bonbondosen ganz unten. Das sind Einschätzungen der Redaktion, keine Messwerte, aber sie decken sich mit dem, was jeder sieht, der nach einer Feier beim Aufräumen hilft.

Ein kleines Glas mit Zuckermandeln und einem Namensanhänger aus Kraftpapier liegt auf der Serviette an einem Hochzeitsgedeck
Photo: Wedding Photography · Unsplash

Die Faustregel:

  • Wird mitgenommen: Essbares, kleine Fläschchen, Dinge für die Küche, Dinge, die man aufbraucht.
  • Manchmal: Samen, kleine Pflanzen, Kerzen. Kommen gut an, werden aber vergessen, wenn man sie nicht in die Hand gedrückt bekommt.
  • Bleibt liegen: Alles mit euren Namen drauf, das keinen Nutzen hat, etwa Magnete, Rahmen, Flaschenöffner mit Gravur oder Untersetzer.

Der zweite Grund, warum Gastgeschenke liegen bleiben, ist der Platz. Was um 18 Uhr auf dem Teller liegt, ist um 2 Uhr nachts vergessen. Ein Korb am Ausgang oder ein Gastgeschenk, das gleichzeitig als Platzkarte dient, wird viel öfter eingesteckt.

Essbar, zum Einpflanzen oder nützlich?

Essbar

Mit Essbarem liegt ihr fast immer richtig. Mini-Honiggläser sind unser Favorit: ein sechseckiges 45-ml-Glas mit Holzlöffel, gefüllt mit Blütenhonig aus dem Supermarkt oder vom Imker, kostet etwa 1,45 € pro Gast. Fertige Honig-Gastgeschenke mit Löffel liegen bei etwa 3,25 €. Honig hält monatelang, ihr könnt die Gläser also Wochen vorher füllen. Der Haken ist die Zeit: Bei etwa vier Minuten pro Glas sind 100 Gäste fast sieben Stunden Arbeit. Plant zwei Abende und eine helfende Hand ein.

Ein Gast nimmt ein kleines Honigglas von einem Tisch voller Gläser, dahinter plaudert das Brautpaar mit Gästen
AI-generated image (Google Gemini)

Plätzchen oder Pralinen gehen auch, haben aber ein Haltbarkeitsdatum. Die müsst ihr also in den letzten Tagen vor der Hochzeit machen, wenn ihr am wenigsten Zeit habt.

Zum Einpflanzen

Samentütchen mit Wildblumen sind das günstigste echte Gastgeschenk, das wir kennen. Ein kleines Kraftpapiertütchen, etwa ein Gramm Blumenwiesensamen und ein runder Aufkleber kosten rund 11 Cent pro Gast, personalisierte Tütchen zum Kaufen etwa 2,90 €. Sind die Tütchen bedruckt, braucht ihr pro Stück etwa zwei Minuten. Sie sind flach, gehen nicht kaputt und halten sich kühl und trocken gelagert ein Jahr.

Ehrlich gesagt sind Samen ein Mittelfeld-Geschenk. Sie passen am besten zu Gästen mit Garten oder Balkon, und sie funktionieren viel besser, wenn sie auf jedem Teller liegen und der Name des Gastes auf dem Aufkleber steht. Dann sind sie gleich die Platzkarte.

Nützlich

Bei nützlichen Gastgeschenken wird am häufigsten zu viel ausgegeben. Ein gutes nützliches Geschenk ist etwas, das man sowieso kauft, etwa ein Lippenpflegestift, ein kleines Handdesinfektionsmittel oder ein Korkenzieher. Ein schlechtes ist alles, dessen Hauptmerkmal euer Monogramm ist. Wenn ihr diesen Weg geht, kauft schlichte Ware und klebt ein Etikett drauf, statt für eine Gravur zu zahlen.

Kosten pro Gast aus unseren Anleitungen

Die Preise haben wir im Oktober 2026 in Deutschland geprüft, bei Händlern wie Amazon.de, Action und idee. Creativmarkt. Sie stammen direkt aus dem Kostenkasten der jeweiligen Anleitung. "Fertig" ist die günstigste vergleichbare Version zum Kaufen, die wir gefunden haben.

Gastgeschenk Selbstgemacht pro Gast Fertig pro Gast Selbstgemacht für 100 Gäste Fertig für 100 Gäste Arbeitszeit für 100
Samentütchen 0,11 € 2,90 € 11 € 290 € etwa 3,3 Stunden
Mini-Honiggläser 1,45 € 3,25 € 145 € 325 € etwa 6,7 Stunden
Konfettitüten mit Lavendel 0,34 € 0,63 € 34 € 63 € etwa 5 Stunden

Samentütchen sparen pro Stunde mit Abstand am meisten, rund 279 € bei 100 Gästen. Honiggläser sparen etwa 180 € und werden am ehesten mitgenommen. Die Konfettitüten stehen in der Tabelle, weil viele Paare sie statt eines Mitbringsels nehmen. Die Ersparnis ist klein, selber machen lohnt sich also vor allem, wenn ihr Spaß am Basteln habt.

Spannend im Vergleich mit Bridebook: Unsere Samentütchen liegen weit unter dem Schnitt von rund 1,80 € pro Person, und selbst die Honiggläser bleiben darunter.

Wann ihr Gastgeschenke weglassen solltet

Lasst sie weg, wenn einer dieser Punkte auf euch zutrifft:

  • Ihr feiert klein. Bei 30 Gästen macht eine bessere Flasche Wein auf jedem Tisch mehr her als 30 Kleinigkeiten.
  • Das Budget ist an anderer Stelle knapp. Das Geld ist besser in einer längeren Bar, einem Mitternachtssnack oder einem Shuttle für die Heimfahrt angelegt.
  • Eure Gäste vermissen nichts. Viele merken gar nicht, dass es kein Gastgeschenk gab, und kaum jemand erinnert sich eine Woche später daran.
  • Euch fehlt die Zeit. Sieben Stunden Gläser füllen in der Hochzeitswoche sind sieben Stunden weniger Schlaf.

Alternativen, an die sich Gäste eher erinnern als an ein Geschenk:

  • Ein Moment beim Auszug. Konfettitüten mit Lavendel für den Auszug aus Kirche oder Standesamt kosten etwa 34 Cent pro Stück und bringen bessere Fotos als jedes Gastgeschenk.
  • Etwas zum Mitmachen. Hochzeitsbingo-Karten für etwa 14 Cent pro Stück oder eine Foto-Schnitzeljagd mit gemeinsamem Album beschäftigen die Gäste beim Essen und liefern euch Hunderte spontane Fotos.
  • Die Deko verschenken. Sagt den Gästen, dass sie die Einmachglas-Tischdeko am Ende des Abends mitnehmen dürfen. Ihr spart euch das Abräumen, und sie haben eine echte Vase.

Tipps zur Verpackung

  • Klein und flach. Gastgeschenke wandern in die Sakkotasche oder die Clutch. Was nicht reinpasst, bleibt liegen.
  • Ein Etikett statt drei Schichten. Ein bedruckter runder Aufkleber auf dem Kraftpapiertütchen oder Glasdeckel wirkt fertig. Organza, Schleife und Schachtel kosten Geld und Zeit und landen im Müll. Auch Bridebook rät dazu, auf Extra-Verpackung zu verzichten.
  • Zeigt, dass es für die Gäste ist. Ein kleines Schild am Korb ("Bitte nehmt euch eins") oder der Name auf dem Etikett verhindert das typische "Ich wusste nicht, dass das für mich ist".
  • Achtet auf Wärme. Honig kann im heißen Auto auslaufen, Schokolade schmilzt im Sommer. Lagert alles kühl und bringt es erst am Tag selbst zur Location.
  • Macht ein paar mehr. Plant etwa 5 % mehr als eure Gästezahl ein, für Bruch, spontane Begleitungen und das Glas, das runterfällt.
  • Arbeitet in Etappen. Erst alle Etiketten drucken, dann alles befüllen, dann alles verschließen. Das geht viel schneller, als jedes Stück einzeln fertigzumachen.

Kurz gesagt

Wenn ihr Gastgeschenke macht, dann essbare oder zum Einpflanzen. Legt sie dorthin, wo die Gäste beim Gehen vorbeikommen, und beschränkt die Verpackung auf ein Etikett. Samentütchen sind mit 11 Cent pro Gast die günstigste Wahl, Honiggläser werden am ehesten mitgenommen. Und wenn beides nicht zu euch passt, lasst Gastgeschenke weg und steckt das Geld in etwas, das eure Gäste am Abend selbst genießen.

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