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Hochzeitsschilder selber machen: 6 Ideen, was sie kosten und welche ihr wirklich braucht

Aktualisiert 2026-10-27 · 5 Min. Lesezeit

Ein Willkommensschild in Holzoptik mit den Namen des Paares und dem Datum steht auf einer weißen Staffelei auf der Wiese, dahinter sammeln sich die Gäste am See
Photo: Dickson Ngeno · Unsplash License

Selber machen lohnen sich vor allem drei Hochzeitsschilder: das Willkommensschild, der Sitzplan und die Tischnummern. Alle drei bekommt ihr mit einem Spiegel, ein paar Bilderrahmen und einer Staffelei für zusammen gut 110 € hin, und kleine Schilder für Gästebuch, Geschenke oder Bar sind einfach ein Ausdruck im Rahmen.

Fertige Schilder sind schnell teurer, als man denkt. Ein personalisiertes Spiegelschild aus Acryl kostete auf eBay rund 65 €, ein Sitzplan aus Spiegel-Acryl auf Etsy 251 €. In den USA geben Paare laut dem Schilder-Studio Made & True oft 400 bis 1.500 Dollar für die ganze Beschilderung aus (Made & True). Viel Geld für Dinge, auf die eure Gäste ein paar Sekunden schauen. Genau deshalb sind Schilder so ein gutes Projekt zum Selbermachen.

Welche Schilder braucht ihr wirklich?

Ehrlich gesagt: keins ist Pflicht. So würden wir sie bei knappem Budget ordnen:

  • Sitzplan. Das einzige Schild mit einer echten Aufgabe. Wenn ihr feste Plätze vergebt, müssen die Gäste ihren Tisch finden.
  • Tischnummern. Nötig, wenn es einen Sitzplan gibt, sonst überflüssig.
  • Willkommensschild. Braucht niemand, aber es landet auf euren Fotos. Deshalb ist es das Schild, das den meisten Paaren am wichtigsten ist.
  • Wegweiser. Nur, wenn die Location unübersichtlich ist, zum Beispiel Trauung im Garten und Essen in der Scheune.
  • Barkarte, Gästebuch, Geschenketisch, „Unplugged“-Trauung. Schön, aber kein Muss. Jedes davon ist ein kleiner Ausdruck im Rahmen.

Wenn ihr nur eins macht, dann den Sitzplan. Habt ihr Zeit und Lust für zwei, kommt das Willkommensschild dazu.

6 Ideen für selbstgemachte Hochzeitsschilder

1. Tischnummern im Bilderrahmen

Das einfachste Schilderprojekt überhaupt. Ein Fotorahmen von Action für 0,99 € mit einer ausgedruckten Zahl kostet euch etwa 1,19 € pro Tisch. Fertige Acryl-Tischnummern mit Ständer kosten auf Amazon 58,16 € für 20 Stück, also gut 2,90 € pro Tisch. Bei 12 Tischen sind das rund 14 € statt 35 €, und pro Nummer braucht ihr etwa zehn Minuten. In unserer Anleitung für Tischnummern steht, welche Rahmengröße passt und wie der Satz einheitlich aussieht.

2. Kleine Ausdrucke im Rahmen für alles andere

Gästebuch, Geschenke, Drinks, Bitte-keine-Handys: All das funktioniert als Ausdruck in A5 oder A4 in einem Rahmen, den ihr schon habt oder für ein, zwei Euro holt. Nehmt für alle kleinen Schilder denselben Rahmen, dann wirken sie wie ein Set, auch wenn auf jedem etwas anderes steht.

Ein handbeschriftetes Holzschild bittet die Gäste, sich ins Gästebuch einzutragen, auf einem Tisch mit blauer Decke und rosa Blumen
Photo: Erika Fletcher · Unsplash

3. Ein großer Ausdruck auf der Staffelei

Wer keine schöne Handschrift hat, lässt das Willkommensschild im Copyshop als Plakat drucken und stellt es auf eine Staffelei. Die MÅLA-Staffelei von IKEA kostet 29,99 €. Fragt beim Copyshop vorher nach dem Preis für A1 oder A2 und nach festerem Papier oder einer Kaschierung auf Hartschaum, denn dünnes Plakatpapier wellt sich draußen schnell. Der Vorteil: Ihr könnt die Datei vorher am Bildschirm prüfen, und Tippfehler sind korrigiert, bevor etwas gedruckt ist.

4. Ein Willkommensschild aus einem Spiegel

Das Schild, nach dem alle fragen, weil es teuer aussieht. Ein Türspiegel von Action für 5,95 €, ein weißer Lackmarker für 3,80 € und die Staffelei ergeben ein Spiegel-Willkommensschild für etwa 39,74 €. Rechnet mit ungefähr zwei Stunden. Ein fertiges, personalisiertes Spiegelschild aus Acryl lag bei rund 65,10 €. Ihr spart also gut 25 €, und habt ein Schild, das genau so aussieht, wie ihr es wollt.

Braut und Bräutigam stehen nebeneinander und halten zwei kleine Kreidetafeln mit der Aufschrift Thank you
Photo: The HK Photo Company · Unsplash

5. Ein Sitzplan auf dem Spiegel

Dieselbe Idee, nur größer, und hier ist die Ersparnis richtig groß. Der NISSEDAL-Spiegel von IKEA (65 x 150 cm) für 49,99 € und zwei Lackmarker ergeben unseren Spiegel-Sitzplan für etwa 56 €. Ein fertiger Sitzplan aus Spiegel-Acryl kostete auf Etsy 251 €. Plant dafür etwa vier Stunden ein, bei einer langen Gästeliste mehr. Made & True schätzt für einen gut gemachten selbstgemachten Sitzplan 4 bis 10 Stunden, und das passt: 100 Namen sauber zu schreiben dauert einfach.

6. Ein Schild zweimal nutzen

Kein Schild, sondern ein Spartrick. Die Staffelei steht bei der Trauung mit dem Willkommensschild, danach trägt jemand sie zum Essen und stellt den Sitzplan oder die Barkarte darauf. Eine Staffelei für 29,99 € reicht so für zwei oder drei Schilder.

Was es kostet: selbstgemacht oder fertig gekauft

Preise aus Deutschland, geprüft im Oktober 2026, aus den Kostenboxen unserer Anleitungen.

Schild Selbstgemacht Fertig gekauft Ersparnis Zeit
Tischnummern, 12 Tische ca. 14 € ca. 35 € ca. 21 € ca. 2 Stunden
Spiegel-Willkommensschild 39,74 € 65,10 € 25,36 € ca. 2 Stunden
Spiegel-Sitzplan 56,33 € 251,00 € 194,67 € ca. 4 Stunden

Der Sitzplan spart mit Abstand am meisten. Beim Willkommensschild ist die Ersparnis kleiner, dafür bestimmt ihr Größe und Schrift selbst.

Wann sich Selbermachen nicht lohnt

Für die meisten Paare sind selbstgemachte Schilder die richtige Wahl, aber nicht für alle. Kauft oder lasst drucken, wenn:

  • ihr eure Handschrift nicht mögt. Freihand auf dem Spiegel zu schreiben ist der schwierige Teil. Ein Copyshop oder ein Schriftzug als Klebefolie übernimmt die Buchstaben, und ihr macht den Rest.
  • sich der Sitzplan noch jede Woche ändert. Wenn zwei Wochen vorher noch Zusagen eintrudeln, schreibt den Plan zuletzt oder druckt ihn auf Papier, dann kostet eine Änderung einen neuen Ausdruck und nicht einen neuen Spiegel.
  • die Zeit sowieso knapp ist. Vier Stunden Beschriften in der Woche vor der Hochzeit sind vier Stunden weniger Schlaf.
  • die Ersparnis klein ist. Ein paar Euro sind keinen stressigen Abend wert.

Tipps für Schilder, die man auch lesen kann

  • Wenig Text. „Willkommen zur Hochzeit von Lena und Tom“ und das Datum reichen völlig. Lange Gedichte auf dem Willkommensschild liest niemand.
  • Große Buchstaben. Den Sitzplan lesen die Gäste aus ein paar Schritten Entfernung und oft im Gedränge. Schreibt die Namen größer, als es euch nötig vorkommt.
  • Lasst jemand anderen Korrektur lesen. Namen, Datum, Tischnummern. Ihr lest, was ihr schreiben wolltet, nicht was dasteht.
  • Denkt an Wind und Sonne. Staffeleien kippen draußen um, und Spiegel blenden. Beschwert die Beine und schaut vorher, wo zur Uhrzeit der Trauung die Sonne steht.
  • Ein Stil für alles. Eine Schrift, eine Farbe, ein Material für alle Schilder, und ein paar günstige Schilder sehen geplant aus.

Kurz gesagt

Macht den Sitzplan und die Tischnummern, wenn ihr feste Plätze vergebt, nehmt ein Willkommensschild dazu, wenn ihr eins für die Fotos wollt, und lasst den Rest weg, wenn ihr keine Lust darauf habt. Der Spiegel-Sitzplan spart euch fast 195 €, das Spiegel-Willkommensschild kostet unter 40 €, Tischnummern etwa 1,19 € pro Tisch, und eine Staffelei trägt im Lauf des Tages zwei oder drei Schilder.

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