Brautstyling günstig: So spart ihr bei Haaren und Make-up, mit echten Preisen
Am meisten spart ihr beim Brautstyling, wenn ihr nur den Teil vom Profi machen lasst, den ihr selbst nicht gut hinbekommt (meist die Frisur), beim Probetermin nicht doppelt zahlt und das Styling für Brautjungfern freiwillig macht. Statt der rund 475 €, die Paare in Deutschland im Schnitt für Haare und Make-up der Braut ausgeben, kommt ihr so oft mit einem Bruchteil aus.
Hier die echten Zahlen und die Stellen, an denen das Geld unbemerkt verschwindet.
Was Brautstyling in Deutschland kostet
Laut dem Wedding Report 2026 von Bridebook kostet ein professionelles Braut-Make-up im Schnitt 209 € (Spanne 50 bis 368 €) und eine Brautfrisur 266 € (Spanne 100 bis 500 €) (Bridebook). Zusammen sind das etwa 475 €.
Weddyplace nennt niedrigere Werte: Eine Brautfrisur kostet dort im Durchschnitt 100 bis 300 €, ein Komplettstyling mit Make-up rund 200 € (Weddyplace). Die Unterschiede zeigen vor allem eins: Wo ihr wohnt und wen ihr bucht, macht einen großen Unterschied. In Großstädten liegt ihr eher oben, auf dem Land eher unten.
Das eigentliche Problem ist aber selten der Grundpreis. Teuer wird es durch alles drumherum: Probetermine, Anfahrt, frühe Uhrzeiten und Brautjungfern. Wenn euch also ein Angebot über 700 € vorliegt, zockt euch niemand ab. Ihr zahlt einfach für viele Personen, viele Stunden und eine Fahrt zur Location. Wie sich das Styling ins Gesamtbudget einfügt, zeigt unsere Aufteilung des Hochzeitsbudgets.
Profi, selbst machen oder eine Mischung
Ihr müsst euch nicht zwischen einem kompletten Styling-Team und einem Alleingang im Hotelbad entscheiden. In der Mitte liegt das meiste Sparpotenzial.
| Variante | Typische Kosten | Passt zu euch, wenn |
|---|---|---|
| Haare und Make-up vom Profi | 200 bis 700 € | langer Tag, Hitze, aufwendige Hochsteckfrisur |
| Frisur vom Profi, Make-up selbst | 100 bis 300 € | ihr euch täglich schminkt und euer Gesicht kennt |
| Make-up vom Profi, Frisur selbst | 50 bis 368 € | kurze oder pflegeleichte Haare, offene Wellen |
| Alles selbst | die Produkte, die ihr meist schon habt | kleine Hochzeit, Standesamt, entspannte Braut |
Preise nach Bridebook und Weddyplace.
Unsere ehrliche Meinung: Die Haare sind der schwierigere Teil. Eine Hochsteckfrisur muss Umarmungen, Wind und stundenlanges Tanzen überstehen, und den eigenen Hinterkopf festzustecken ist wirklich knifflig. Make-up geht leichter, wenn ihr wisst, was euch steht. Wenn ihr nur für eins zahlt, dann für die Frisur.
Wann Selbermachen keine gute Idee ist
Lasst es bleiben, wenn ihr euch selten schminkt, der Tag lang und heiß wird oder ihr unter Zeitdruck nervös werdet. Zum vierten Mal den Lidstrich neu ziehen, während die Fotografin schon klingelt, braucht niemand. Dann ist das Geld für eine ruhige, geübte Hand gut angelegt.

Probetermin: einer reicht
Wenn der Probetermin extra kostet, nennt Bridebook 80 bis 150 € fürs Make-up und 80 bis 180 € für die Frisur (Bridebook). Für beides zusammen seid ihr also schnell bei 300 €, nur für eine Generalprobe.
So haltet ihr das im Rahmen:
- Fragt nach einem Paket mit Probetermin. Laut Weddyplace ist eine Probefrisur oft schon im Preis enthalten (Weddyplace). Klärt das, bevor ihr bucht.
- Ein Termin, nicht zwei. Bringt drei Fotos von Looks mit, die euch gefallen, und eins, das ihr gar nicht mögt. Das spart mehr Zeit als eine zweite Runde.
- Nur das Schwierige testen. Seid ihr beim Make-up sicher, aber nicht bei der Frisur, bucht nur die Probefrisur.
- Legt die Probe auf einen Tag, an dem ihr ohnehin ausgeht, etwa den Junggesellinnenabschied oder ein Abendessen. Weddyplace empfiehlt sechs bis acht Wochen vor der Hochzeit.
Schminkt ihr euch selbst, macht eure eigene Probe kostenlos: den kompletten Look an einem Abend, Fotos mit Blitz und bei Tageslicht, und nach fünf Stunden noch mal in den Spiegel schauen.
Friseurschulen: die unterschätzte Alternative
Viele Friseur- und Visagistenschulen suchen regelmäßig Modelle, an denen ihre Auszubildenden unter Aufsicht üben. Feste Preise für Brautstylings findet ihr dort selten, deshalb einfach anrufen und fragen. Das passt eher zu einem schlichten Look, einer Hochzeit unter der Woche oder als günstige Generalprobe, bevor ihr einen Profi bucht. Rechnet damit, dass es länger dauert und niemand zu euch nach Hause kommt.
Brautjungfern: Wer zahlt, und wie bleibt es fair
Bei den Brautjungfern wächst die Rechnung am schnellsten. Bridebook nennt 90 bis 200 € pro Person für Haare und Make-up, 50 bis 120 € nur fürs Make-up und 50 bis 150 € nur für die Frisur (Bridebook). Bei fünf Freundinnen sind das schnell 450 bis 1.000 € zusätzlich.
Eine faire Faustregel: Wenn ihr ein professionelles Styling verlangt, übernehmt ihr die Kosten. Ist es freiwillig, zahlt jede selbst. So gehen die meisten Gruppen am entspanntesten damit um:
- Sagt früh, dass Profi-Styling freiwillig ist, und nennt den Preis pro Person.
- Wer möchte, bucht direkt bei eurer Stylistin und zahlt selbst.
- Einigt euch auf ein gemeinsames Detail statt auf gleiche Looks, zum Beispiel einen tiefen Dutt, weiche Wellen oder dieselbe Lippenfarbe.
Der letzte Punkt bringt viel. Freundinnen, die sich in einem ähnlichen Stil selbst frisiert haben, sehen auf Fotos stimmig aus, und keine muss 150 € ausgeben, die sie gerade nicht übrig hat.

Kleine Hebel mit großer Wirkung
- Geht in den Salon, statt die Stylistin kommen zu lassen. Die Anfahrt kostet extra, laut Weddyplace berechnen Friseure bei Terminen zu Hause oder in der Location meist Anfahrtskosten.
- Nehmt einen natürlichen Look. Lockere Wellen und dezentes Make-up sind laut Bridebook in der Regel günstiger als Glamour mit Smokey Eyes und aufwendiger Hochsteckfrisur.
- Bucht Haare und Make-up bei einer Person. Kombipakete sind meist günstiger als zwei Einzelbuchungen.
- Packt ein eigenes Notfalltäschchen. Lippenstift, Puder, Löschpapier und ein paar Haarnadeln, und eure Trauzeugin trägt es. Eine Stylistin für Nachbesserungen bis abends braucht ihr dann nicht.
Lasst den Haarschmuck mitarbeiten
Eine schlichte Frisur wirkt sofort fertig, wenn ihr etwas hineinsetzt. Ein lockerer Dutt oder offene Wellen mit einem Haarkranz aus frischem Schleierkraut sehen gewollt aus. Selbst gemacht kostet er etwa 17,29 €, fertig gekauft rund 35 €. Und er verzeiht ein paar lose Strähnen, was den Druck bei einer selbst gesteckten Frisur rausnimmt.
Passt den Kranz an eure Blumen an. Einen Brautstrauß aus Kunstblumen könnt ihr Wochen vorher für etwa 25,76 € machen, und ein paar Stiele davon passen auch in die Dutts eurer Brautjungfern. So sieht die ganze Gruppe zusammengehörig aus, ohne dass jemand beim Friseur war.
Und wenn alle fertig sind: zeigt es. Mit einem selbst gemachten Fotobox-Hintergrund für etwa 71,39 € halten eure Gäste den ganzen Abend über fest, wie gut euer Styling aussieht, aus jedem Winkel.
Kurz gesagt
Zahlt den Profi für das, was euch am schwersten fällt, meistens die Haare. Ein Probetermin oder gar keiner, in den Salon statt Anfahrt bezahlen, ein natürlicher Look und freiwilliges Styling für die Brautjungfern. Dazu ein Haarkranz, und ihr seht aus wie ihr selbst an einem sehr guten Tag, mit ein paar hundert Euro übrig für alles andere.
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